
Kaum ein Bauwerk in Deutschland hat so viele politische Umbrüche unter seinem Dach erlebt wie das Reichstagsgebäude – von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart.
Das Reichstagsgebäude wurde 1894 nach den Plänen von Paul Wallot fertiggestellt und diente als Sitz des deutschen Parlaments. Seine Geschichte spiegelt die politischen Brüche des 20. Jahrhunderts wider: von der Ausrufung der Republik über den Brand von 1933 bis zur Wiedereröffnung als Bundestagssitz nach der Wiedervereinigung.
Stationen der Geschichte
- 1894
Einweihung des Reichstagsgebäudes nach zehnjähriger Bauzeit.
- 1918
Ausrufung der Republik von einem Fenster des Gebäudes aus.
- 1933
Der Reichstagsbrand markiert einen Wendepunkt der Weimarer Republik.
- 1945
Schwere Zerstörung des Gebäudes in den letzten Kriegstagen.
- 1999
Wiedereröffnung mit neuer Glaskuppel als Sitz des Deutschen Bundestages.
Bedeutende Wendepunkte
- Die Ausrufung der ersten deutschen Republik im November 1918.
- Der Reichstagsbrand im Februar 1933 und seine weitreichenden politischen Folgen.
- Die Verhüllung des Gebäudes durch die Künstler Christo und Jeanne-Claude im Jahr 1995.
- Der Umbau durch Sir Norman Foster, der dem Gebäude seine markante, begehbare Glaskuppel verlieh.
Gestalt und Bedeutung
Der historistische Baukörper mit seiner monumentalen Kuppel wurde nach der Wiedervereinigung um eine gläserne, begehbare Kuppel ergänzt, die Transparenz als politisches Leitmotiv architektonisch sichtbar macht. Alt und neu treten hier in einen bewussten, spürbaren Dialog.
Spuren aus der Vergangenheit
Historische Fotografien und Baupläne aus dem Kaiserreich dokumentieren die ursprüngliche monumentale Gestalt des Gebäudes, während Archivaufnahmen der Nachkriegsjahre das Ausmaß der Zerstörung und den langen Weg der Wiederherstellung festhalten.
Gegenwärtige Erscheinung
Die gläserne Kuppel ist heute ein vielbesuchter Aussichtspunkt über Berlin und ein architektonisches Sinnbild für die Offenheit demokratischer Institutionen.